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Alchemie Ausstellung

Der Stein der Weisen

Im oberen Geschützraum des Batterieturms ist ein Alchemie-Laboratorium nachgebaut. Solche Alchemistenküchen hat es in der frühen Neuzeit an vielen Adelshöfen gegeben.

Seit jeher fasziniert Gold die Menschen: Wer es besitzt, glit als reich und mächtig. Einige Leute glaubten sogar, sie könnten das Edelmetall künstlich herstellen. Das waren die Alchemisten. Unermüdlich experimentierten sie in ihren Laboren - auf der Suche nach dem Stein der Weisen. 

Aus Blei Gold machen? Vielleicht aus Quecksilber, aus Schwefel? Heute würden wir müde lächeln, erzählte uns jemand, er würde gerade versuchen , das Edelmetall aus diesen billigen Zutaten herzustellen. Doch genau damit beschäftigten sich einst die Alchemisten.

Eingehüllt in Wolken von Rauch und Ruß, schwitzten sie in ihren Laboren, mixten Wässerchen hier, Pülverchen da und grübelten über dicken Wälzern mit rätselhaften Zeichnungen. Die Alchemie, um das Jahr 300 v.Chr. in Ägypten entstanden, war sozusagen der Vorläufer der Chemie. Ihr Hauptziel war die Entdeckung des "lapis philosophorum", des Steins der Weisen! Dieser fantastische Stoff, so hieß es, sollte die grandiose Eigenschaft besitzen, gewöhnliche Metalle zu Gold und Menschen unsterblich zu machen.

Einer, der mehr als 20 Jahre nach diesem Wundermittel suchte, war Nicolas Flamel. Der Name kommt euch bekannt vor? Er wird in "Harry Potter und der Stein der Weisen" erwähnt. Flamel lebte wirklich, im 14. Jahrhundert in Paris. Dort arbeitete er als Kopist, der für andere Texte abschrieb. Zufällig war ihm dabei ein alchemistisches Buch in die Hände gefallen. Mit seiner Frau Perrenelle begann er, die Symbole und Zeichnungen darin zu entschlüsseln. Die Alchemie war nämlich eine Geheimwissenschaft, deren bildreiche Sprache nur wenige verstanden. Schließlich sollten Unbefugte mit dem Spezialwissen keinen Schindluder treiben können!

Flamel mischte Zutaten wie Blei, Arsen, Schwefel und Quecksilber in den kühnsten Kombinationen. Giftige Dämpfe hielen ihn dabei ebenso wenig ab wie die Misserfolge der Kollegen: Manch ein Alchemist starb bei Explosionen im Labor!

War Flamel ein Spinner, ein Schlitzohr, ein Scharlatan? In den Augen seiner Zeitgenossen keineswegs. Es gab für sie nämlich keinen Grund, an einer Verwandlung unedler Metalle in Gold zu zweifeln: Zinn und Kupfer etwa konnte man ja auch zu Bronze verschmelzen. Warum sollte es dann nicht gelingen, aus anderen Stoffen Gold zu machen? Geklappt hat es nie. Weshalb? Das fanden erst die Nachfahren der Alchemisten heraus, Forscher, die seit dem 17. Jahrhundert die Geheimnisse der Chemie entschlüsslten. Zum Beispiel jenes, dass sich ein chemisches Element wie Blei oder Zinn höchstens unter Aufwendung gewaltiger Energie - wei sie nur in Kernkraftwerken erzeugt werden kann - in ein anderes Element umwandeln lässt.

Nutzlos war die Alchemie trotzdem nicht. Über die Jahrhunderte hinweg entstanden dabei allerlei Rezepturen für Medizin, Parfüms, Kosmetika. 1708 waren es sogar zwei Alchemisten, Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, die als Erste in Deutschland Porzellan herstellten.

Und Nicolas Flamel? Der behauptete kühn, den Stein der Weisen entdeckt zu haben. Zu Recht? Wohl kaum. Aber immerhin soll er noch Anfang des 18. Jahrhunderts gesehen worden sein. Rund 400 Jahre nach seiner Geburt ...

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